Geschichte

Die zu Anfang des 19. Jahrhunderts gehäuft auftretenden Randunglücksfälle veranlassten das Königlich Bayerische Landgericht Weilheim, die Feuerlöschhilfe in den einzelnen Ortschaften besser zu organisieren.


Dies geschah mit einer Verordnung vom 29. Oktober 1811, wonach die Gemeinden zu nachbarlicher Hilfeleistung verpflichtet wurden. Der entsprechende Passus lautet: „Die Ortschaft Iffeldorf muss folgenden Orten Hilfe leisten":


Habach, Dürnhausen, Sindelsdorf, Frauenrain, Andorf, St. Johannesrain.


Es müssen also nicht nur die Feuerspritzen und andere Löschinstrumente eiligst dahin geliefert, sondern auch von jedem Haushalt eine brauchbare Person abgesendet werden. Da nun Iffeldorf 57 Familien enthält, müssen 16 Personen bei der Spritze, 20 mit Wasserkübeln, 3 Mann mit Schaufeln, 2 mit Hacken oder Pike, und 16 ohne Instrumenten erscheinen." Die Gemeinde Iffeldorf besaß schon vor Mitte des vorigen Jahrhunderts ein Gebäude für Löschgeräte.

In einem Auszug aus dem Grundsteuer-Kataster der Steuergemeinde Iffeldorf vom 3. November 1880 wird unter Spalte Gemeindebesitzungen auf Plan Nr. 72 ein Feuerlöschrequisitenhäuschen ausgewiesen mit einer ergänzenden Bemerkung: „Seit unfürdenklicher Zeit Eigentum der Ortsgemeinde Iffeldorf. Bemerkt wird jedoch, daß das Feuerlöschrequisitenhäuschen Pl. Nr. 72 im Jahre 1855 auf Gemeindegrund neu erbaut wurde."

 

 

Ein verheerender Brand, der in der Nacht vom 19. zum 20, August 1877 ausgebrochen war und rasch um sich griff, hatte 14 Anwesen mit sämtlichen Wirtschaftsgebäuden sowie der eben erst eingebrachten Ernte vernichtet. Dies war der Anlaß, dass sich im gleichen Jahr verantwortungsbewusste Bürger zusammenfanden, um eine straff organisierte Löschhilfe ins Leben zu rufen, deren offizielle Gründung als Freiwillige Feuerwehr Iffeldorf wenig später stattfand.

In der Gründungsversammlung traten sofort 66 aktive und 8 passive Mitglieder der neuen Organisation bei. Schon 10 Jahre vorher gab es in Staltach eine Wehr, die auf Anregung von Hugo Ritter von Maffei gegründet wurde. Beide Vereine arbeiteten selbständig, bis sie sich später entschlossen, gemeinsam als Freiwillige Feuerwehr Iffeldorf den Feuerschutz und die Löschhilfe zu übernehmen

 

 

Das 1. Feuerwehrauto war ein Löschfahrzeug des Militärs und wurde bei Kriegsende von den Soldaten in Iffeldorf stehen gelassen.Ein Iffeldorfer Schmied hat das bemerkt und es vor dem Eintreffen der Amerikaner versteckt. Nach den Wirren des Kriegsendes haben es die Iffeldorfer rot lackiert und bei der Militärregierung gemeldet.

Das Fahrzeug blieb dann in Iffeldorf.

 

 

In den letzten Jahren ist die technische Ausrüstung und die Ausbildung der Mitglieder ständig verbessert worden. So wurde 1974 ein Löschfahrzeug vom Typ Mercedes LF 8 mit Allradantrieb und eine Funk-Alarmanlage angeschafft.Zugleich wurde mit den Planungen für ein neues Feuerwehrgerätehaus begonnen.

1977 feierte die FFW Iffeldorf ihr 100jähriges Jubiläum, zusammen mit der der Blaskapelle Iffeldorf wurde ein Festzug mit den historischen Spritzen von Staltach und Iffeldorf durchgeführt.

Im Jahr 1979 wurden von der Gemeinde Iffeldorf für die Feuerwehr 4 Atemschutzgeräte bestellt, welche dann 1980 in Dienst gestellt wurden.

 

 

Unser LF16/12 wurde 1992 angeschafft. Das Fahrzeug mit MAN Fahrgestell wurde benötigt, weil die Landkreisinspektion zur Personenrettung am neu gebauten Gemeindezentrum eine 3-teilige Schiebeleiter forderte. Die Wahl zwischen einer Schiebeleiter mit Fahrgestell zum Anhängen an das LF8, oder einem Fahrzeug, dass bereits eine solche Leiter als Normbeladung hat, fiel auf das LF16/12. Mit dem Kauf hatte Iffeldorf eines der modernsten und technisch bestens ausgestatteten Feuerwehrautos im Landkreis Weilheim-Schongau.

 

2003 wurde ein LF8/6 mit CAFS-Anlage, wieder auf einem MAN Fahrgestell, gekauft.  Mit der CAFS-Anlage war die Iffeldorfer Wehr nun fähig, direkt an der Heckpumpe Schaum zu erzeugen, wodurch eine erheblich höhere Löschwirkung erzielt wird. Wieder war Iffeldorf im Besitz eines der modernsten Fahrzeuge im Landkreis.

 

2005 wurde noch einmal die Beladung des LF16/12 verbessert. So wurde eine Rettungsschere vom Typ Lukas 501 angeschafft und zugleich eingebaut.

 

Am 30. Mai 2010 wurde das Allrounder-Fahrzeug der Iffeldorfer Feuerwehr eingeweiht. Dabei handelt es sich um einen zum Mehrzweckfahrzeug umgebauten Mercedes Sprinter. Grund für die ungewöhnliche Höhe des 11/1 ist der Allradantrieb, der dem Gefährt in unwegigem Gelände oder bei Hochwassereinsätzen einen großen Vorteil verschafft.

Im Jahr 2015 zog die Feuerwehr in das neue Feuerwehrhaus am Bahnhof um. Ein Haus welches fast nur aus Massivholz besteht und dadurch sehr energiesparend und umweltschonend ist. Die dort zur Verfügung stehenden Räume sind nun wieder ausreichend, sodass ein sicheres und normgerechtes Arbeiten und Ausrücken gewährleistet ist. Viele der Arbeiten wurden in Eigenregie durchgeführt somit konnten die Gesamtkosten gesenkt werden. Der markante Turm auf der Südostseite des Gebäude dient unter anderem dazu das Anleitern an hohe Gebäude mit verschiedenen Leitern zu üben oder das Abseilen aus großen Höhen zu trainieren. Gleichzeitig mit dem Haus wurde das Flachwasserschubboot "Andrea" des Landkreises welches in Iffeldorf stationiert wurde eingeweiht.

 

Ein weiteres Fahrzeugs des Landkreises wurde 2018 an die Feuerwehr übergeben. Der Gerätewagen-Logistik 2 mit modularem Gerätesatz Hochwasser wurde vom Freistaat Bayern aufgrund der immer öfter auftretenden Hochwasserlagen beschafft. Er ist einer von 42 baugleichen Fahrzeugen. Mit seiner Beladung können nun in 24 Stunden über 300 Keller von Einfamilienhäuser leergepumpt werden. Das Fahrzeug ist aber nicht nur für Iffeldorf zuständig. Sein Einsatzgebiet erstreckt sich über den ganzen Landkreis und darüber hinaus. Zudem wird es im Rahmen der überörtlichen Hilfeleistung als Teil des Kontingent des Landkreises in ganz Bayern und Deutschland eingesetzt.